Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Mit tief empfundener Dankbarkeit blicken wir demütig auf das stetige Wachstum unserer Gemeinde zurück. In all den vergangenen Jahren ist Gott treu mit uns gegangen: Er hat unsere Schritte gelenkt, unsere Gemeinschaft gestärkt und uns im Glauben und in der Zusammengehörigkeit wachsen lassen.
Zugleich leben wir in einer Zeit vielfältiger Herausforderungen: Gewalt und Kriege, Hass und Spaltungen, Angst und Entmutigung, wachsender Egoismus und die stille Not scheinbar unerhörter Gebete prägen unsere Welt. Wie der Prophet Habakuk rufen auch wir zu Gott: „Wie lange noch?“ (vgl. Hab 1,2–3). Dieses Fragen ist kein Zeichen schwachen Glaubens, sondern Ausdruck hoffender Herzen, die auch in Unsicherheit und Dunkelheit auf Gott vertrauen.
Gottes Antwort an Habakuk bleibt uns Quelle der Kraft und Zuversicht: „Der Gerechte lebt aus dem Glauben“ (vgl. Hab 2,4). Auch wenn wir nicht immer sofort Antworten sehen, dürfen wir gewiss sein: Gott ist nahe und treu. Er ruft uns, einander beizustehen, gemeinsam auszuharren und unseren Weg miteinander zu gehen. Herausforderungen werden immer Teil unseres Weges sein – doch ebenso unsere Stärke, wenn wir zusammenhalten. Seid darum füreinander da, denn wir alle sind betroffen!
Die Angebote unseres Jahresprogramms sind daher mehr als Termine. Sie laden uns ein zu einem gemeinsamen Weg des Glaubens, der Liebe und des Dienstes. Jede und jeder von uns kann beitragen – mit Zeit, Begabungen, Engagement, Gebet und Solidarität. Kein Beitrag ist zu klein, und niemand ist unbedeutend. Gemeinsam werden wir zu einem Haus der Hoffnung und zu einer Familie der Liebe – für uns, für unsere Kinder und für alle, die Gott uns anvertraut.
Als Gemeinschaft, verwurzelt im Glauben und bereichert durch kulturelle Vielfalt, sind wir berufen, Zeichen der Hoffnung, der Einheit, der Versöhnung und der Freude zu sein. Wählen wir daher Hingabe statt Gleichgültigkeit, Gebet statt Resignation und Vertrauen statt Angst.
Im Vertrauen darauf, dass Gott uns nicht verlassen hat, gehen wir unseren Weg weiter. Mit dem Psalmisten sprechen wir: „Hoffe auf Gott! Ihn werde ich wieder preisen, meinen Retter und meinen Gott“ (vgl. Ps 42,11). Der Herr, der uns bis hierhergeführt hat, wird uns auch durch die Herausforderungen unserer Zeit begleiten.
Im Gebet verbunden empfehle ich unsere Gemeinde, all unsere Vorhaben und jede und jeden von euch der mütterlichen Fürsprache Mariens, unserer Mutter der Barmherzigkeit.
Möge der Herr uns segnen, unseren Glauben stärken und uns gemeinsam voranführen!
Euer Pater Vitalis Ogochukwu Emesi SMMM
