12 Jahre in St. Wolfhard – Im Glauben wachsen und Gottes Liebe bezeugen

Veröffentlicht am Posted in Aktuelles deutsch

Am Sonntag, den 20. September 2026, durfte die Katholische Afrikanische Gemeinde Augsburg ihren 12. Geburtstag feiern. Seit zwölf Jahren ist unsere Gemeinde in St. Wolfhard im Thaddäus-Zentrum in Augsburg-Kriegshaber beheimatet. Zwölf Jahre voller Glauben, Gebet, Gemeinschaft, gegenseitiger Unterstützung und vielfältiger Begegnungen.

Unser Jubiläum war deshalb nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern vor allem ein Moment der Dankbarkeit: Dankbarkeit gegenüber Gott, der unsere Gemeinschaft durch all diese Jahre geführt hat, und Dankbarkeit gegenüber allen Menschen, die unsere Gemeinde begleitet, unterstützt und mitgetragen haben.

Der festliche Gottesdienst wurde in deutscher und  englischer Sprache gefeiert und brachte damit auch die internationale und vielfältige Ausrichtung unserer Gemeinde zum Ausdruck. Das Bistum Augsburg führt den Gottesdienst zum 12. Geburtstag der Katholischen Afrikanischen Gemeinde für den 20. September 2026 um 14 Uhr in St. Wolfhard im Thaddäus-Zentrum auf.

St. Wolfhard – ein besonderer Ort unserer Gemeinschaft

Seit zwölf Jahren dürfen wir in St. Wolfhard miteinander unseren Glauben leben. Dieser Ort ist für unsere Gemeinde längst mehr als nur ein Gottesdienstraum geworden. Hier feiern wir die Eucharistie, beten miteinander, begegnen einander, begleiten Familien und teilen Freud und Leid.

Dabei ist es für uns besonders schön, dass unsere Gemeinde unter dem Patronat eines Heiligen steht, dessen Lebensweg eine bemerkenswerte Verbindung zu Augsburg und zu unserer eigenen Berufung als christliche Gemeinschaft aufweist.

Der heilige Wolfhard von Augsburg, auch Gualfardus genannt, wurde um 1070 in Augsburg geboren. Er erlernte das Handwerk des Sattlers und machte sich als Geselle auf Wanderschaft. Auf seiner Reise kam er nach Verona. Dort kümmerte er sich neben seiner Arbeit besonders um arme und bedürftige Menschen und teilte mit ihnen, was er besaß.

Wolfhard suchte jedoch nicht die Aufmerksamkeit der Menschen. Im Gegenteil: Als sein Ruf als Wohltäter immer größer wurde und immer mehr Menschen seine Nähe suchten, zog er sich in die Einsamkeit zurück. Viele Jahre lebte er als Einsiedler im Wald am Fluss Etsch – in Gebet, Stille und Einfachheit.

Später kehrte er nach Verona zurück und trat in das Kamaldulenserkloster San Salvatore di Corte Regia ein. Dort lebte er als Rekluse, also weitgehend zurückgezogen in einer Zelle. Er starb am 30. April 1127 in Verona. Seine Gebeine wurden später in die Kirche San Fermo Maggiore in Verona überführt. Ein Teil seiner Reliquien kam 1602 nach Augsburg; seit 1909 ruhen sie in der Kapuzinerkirche St. Sebastian. Wolfhard wird als Patron der Sattler verehrt.

Pfarrer Groll stellte uns im Rahmen der Feier die Lebensgeschichte des heiligen Wolfhard vor. Besonders beeindruckend waren dabei seine Vorliebe für Diskretion, Demut und Einfachheit. Wolfhard suchte nicht sich selbst, sondern wollte Gott und den Menschen dienen.

Gerade darin können auch wir als Gemeinde eine Ermutigung finden: Christliches Zeugnis muss nicht immer laut oder spektakulär sein. Es kann auch im einfachen Dienst, im Gebet, in der Aufmerksamkeit füreinander und in der Hilfe für Menschen geschehen, die unsere Unterstützung brauchen.

Zwölf Jahre – ein Zeichen des Glaubens

Die Zahl zwölf hat auch im Leben junger Menschen eine besondere Bedeutung. Im Alter von etwa zwölf Jahren beginnt für viele ein neuer Abschnitt auf dem Weg des Glaubens. Später empfangen viele Jugendliche das Sakrament der Firmung und werden darin gestärkt, ihren Glauben bewusster und verantwortlicher zu leben.

So wurde die Zahl zwölf für uns an diesem Jubiläum zu einem schönen Symbol: Nach zwölf Jahren dürfen auch wir als Gemeinde innehalten, zurückblicken und uns neu fragen, wie wir unseren Glauben bewusst und konsequent leben und bezeugen können.

Möge der Heilige Geist unsere Gemeinde weiterhin erfüllen, unsere Herzen weiten und uns auf unserem gemeinsamen Weg begleiten.

Möge Gott uns helfen, auf unsere eigene Weise – durch unser Gebet, unseren Dienst, unsere Gemeinschaft und unser Leben – Zeugnis von Gottes Liebe zu geben.

Unsere Fürbitten zum 12. Jahrestag

Im Mittelpunkt unseres Jubiläumsgottesdienstes standen auch die Fürbitten. Darin brachten wir die Anliegen unserer Kirche, unserer Gemeinde und der Menschen, die uns besonders am Herzen liegen, vor Gott.

1. Für die Kirche

L: Wir beten für deine Kirche auf der ganzen Welt und für alle Menschen, die sich nach Frieden, Hoffnung und einem Ort sehnen, an dem sie dazugehören können.

Wir beten besonders für das Bistum Augsburg und die Pfarreiengemeinschaft Kriegshaber, die uns seit zwölf Jahren begleitet, uns willkommen heißt und uns in St. Wolfhard einen Ort geschenkt hat, an dem wir unseren Glauben gemeinsam leben können.

Schenke ihr ein offenes Herz für die Bedürfnisse aller Menschen und hilf ihr, eine Kirche zu bleiben, in der jeder willkommen ist – unabhängig davon, woher er kommt.

Christus, höre uns.

2. Für unsere Gemeinde und alle, die sich engagieren

L: Wir beten für unsere Katholische Afrikanische Gemeinde Augsburg, die heute zwölf Jahre Glauben, Gemeinschaft und Dienst feiert.

Segne alle, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Kraft für unsere Gemeinde einsetzen: unsere Lektorinnen und Lektoren, Ministrantinnen und Ministranten, den Chor, die Catholic Men Organisation, die African Catholic Women Augsburg, die Mesnerinnen und Mesner, die Helferinnen und Helfer, den Pfarrgemeinderat, das Pfarrbüro und alle, die heute mit uns feiern.

Lass ihren Dienst Frucht bringen – für ihren eigenen Glauben, für unsere Gemeinde und für unsere Gesellschaft.

Christus, höre uns.

3. Für unser pastorales Team

L: Wir beten für unser pastorales Team.

Stärke es durch deinen Heiligen Geist und schenke ihm Mut, Freude und neue Ideen, damit es weiterhin treu in deinem Weinberg arbeitet.

Schenke Weisheit, Geduld und Kraft, damit die Menschen unserer Gemeinde mit einem offenen und liebenden Herzen begleitet werden.

Christus, höre uns.

4. Für Afrikanerinnen und Afrikaner, die noch auf der Suche nach Gemeinschaft sind

L: Wir beten für alle Katholikinnen und Katholiken aus Afrika, die hier in Deutschland leben, aber noch zögern, sich einer Gemeinschaft anzuschließen.

Nimm ihre Ängste und Unsicherheiten und öffne ihre Augen für die Freude, die in Freundschaft, Glaube, Familie und Gemeinschaft wachsen kann.

Lass sie entdecken, dass auch für sie ein Platz in deinem Weinberg und in unserer Gemeinde bereitsteht.

Christus, höre uns.

5. Für Menschen, die leiden oder sich nicht angenommen fühlen

L: Wir legen dir alles in unserer Gemeinde ans Herz, was schwierig, schmerzhaft oder noch nicht gut ist.

Führe uns Schritt für Schritt auf dem Weg deiner Liebe und sei allen nahe, die leiden, kämpfen oder sich nicht angenommen fühlen.

Stelle ihnen Menschen zur Seite, die aufmerksam zuhören, sie begleiten, ihnen Mut machen und ihnen helfen.

Christus, höre uns.

6. Für unsere Verstorbenen

L: Wir beten für unsere verstorbenen Eltern, Angehörigen, Freunde und Mitglieder unserer Gemeinden, die uns vorausgegangen sind.

Schenke ihnen die ewige Ruhe und nimm sie auf in die Freude deiner Gegenwart.

Tröste alle, die um einen lieben Menschen trauern, und erhalte in uns die Hoffnung auf die Auferstehung.

Christus, höre uns.

Dankbar in die Zukunft

Am Ende des Gottesdienstes stand deshalb nicht nur der Rückblick auf zwölf vergangene Jahre, sondern auch der Blick nach vorne.

Zwölf Jahre Gemeinde bedeuten zwölf Jahre gelebten Glaubens. Zwölf Jahre bedeuten viele Gottesdienste, Gebete, Taufen, Hochzeiten, Begegnungen, Feste, Gespräche, Tränen und Freude. Vor allem aber bedeuten zwölf Jahre, in denen Menschen miteinander unterwegs waren und erfahren durften: Wir sind nicht allein.

Unser Wunsch und unser Gebet für die kommenden Jahre ist, dass unsere Gemeinde weiter wächst – nicht nur an Zahl, sondern vor allem im Glauben, in der Liebe, in der Einheit und im Dienst aneinander und an den Menschen.

Möge der Heilige Geist unsere Herzen erfüllen und unsere Gemeinschaft immer wieder neu stärken.

Möge der heilige Wolfhard, dessen Lebenszeugnis uns Demut, Einfachheit, Gebet und Sorge für die Bedürftigen vor Augen stellt, uns auf unserem Weg begleiten.

Und möge unsere Katholische Afrikanische Gemeinde Augsburg auch in Zukunft ein Ort bleiben, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen, gemeinsam glauben, miteinander beten und die Liebe Gottes sichtbar machen.

Herr, wir danken dir für zwölf Jahre.
Wir vertrauen dir die kommenden Jahre an.
Führe und begleite uns auf unserem gemeinsamen Weg.
Amen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert