„Innere und äußere Ketten abwerfen“

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Einen ungewöhnlichen Abend durften rund 40 Besucher in der Afrikanischen Gemeinde erleben: umrahmt vom kraftvollen Gesang der afrikanischen Künstlerin Nomina wurden neue Gemälde der nigerianischen Malerin Vivian Timothy in Erstausstellung gezeigt.

In seiner Begrüßung wies der Pfarrer der Afrikanischen Gemeinde, Pater Vitalis Emesi, darauf hin, dass jeder jeden Tag ein schönes Bild betrachten, eine gute Musik hören und ein aufbauendes Wort sprechen solle. All dies fand an diesem Abend zur Fastenzeit seinen Raum.

„Flucht und Fluchtursachen“ war thematische der rote Faden, den Stadtpfarrer Gerhard Groll auf meditative Art entfaltete: das Leid des einzelnen und seine Tränen seien ein stummer Schrei, der aber dennoch intensiver unsere Betroffenheit wecke als viele Fakten. So machte er die Besucher zu Beteiligten: sie wurden aufgefordert, ihre eigenen Erfahrungen auf Karten zu notieren und Gebetsanliegen zu formulieren, die in den kommenden Wochen in das Beten der Afrikanischen Gemeinde einbezogen werden.

Nomina, deren Wurzeln in Zimbabwe und Botswana liegen, gab den Empfindungen der Zuhörer einen intensiven Ausdruck, unter anderem in ihrem Lied „Don’t cry, Africa“ das das Aufbrechen in eine bessere Perspektive beschreibt und gleichzeitig den Schmerz benennt, der mit dem Verlassen der Heimat verbunden ist.

Vivian Timothy hatte drei neue, sehr intensive Werke für diesen Abend geschaffen: zu sehen sind Menschen, die um eine Zukunft für und in Afrika ringen, die darum kämpfen, sich aus äußerlich sichtbaren und verborgenen inneren Ketten zu befreien. Sie werden hin-und hergerissen zwischen der Trauer über das erlebte Leid und der Hoffnung, die ebenfalls unübersehbar in den Bildern präsent ist. Im Gespräch gab sie Einblick in den Prozess der Entstehung der drei Gemälde und formulierte ein klares Bekenntnis: „Ohne den Glauben kann die Hoffnung nicht überleben, er ist ein starker Halt dafür, weiterzumachen, nicht aufzugeben.“

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So wollten die Organisatoren des Abends den Schwerpunkt nicht auf den – notwendigen und realistischen- Blick auf die Probleme Afrikas legen, sondern eine Botschaft der Hoffnung und Ermutigung erlebbar machen. Mehrsprachig vorgetragene Verse aus den biblischen Psalmen als Verdichtung menschlichen Erlebens und Zusage Gottes entfalteten ihre Kraft, und jeder Besucher konnte einen Vers mit nach Hause nehmen.

Im Anschluss waren alle zu einer Begegnung eingeladen, die Raum für vertiefende Gespräche bot.

So wurde dieser Abend zu einer fruchtbaren Vorbereitung auf das Geheimnis von Ostern: Bild und Musik vermittelten die Erfahrung, dass der Weg durch Schweres und Leidvolles hindurch zum Leben führen kann und schenkten Ermutigung und Hoffnung.

 

 

 

 

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